Momentane Ausstellungen

Sander Wassink - ContrabandeSANDER WASSINK – CONTRABANDE 

27.04.2017 – 27.05.2017

 

Um die Ausstellung Gispen im Boijmans Van Beuningen Museum in Rotterdam zu kennzeichnen, wurde der niederländische Designer Sander Wassink gebeten, ein Design auf der Basis eines der Gispen-Stühle zu entwerfen. Er entschied sich für den Diagonalstuhl, der 1927 der erste Stahlrohrstuhl war, den das Unternehmen herstellte. Gispen hat stets die einzigartige Qualität einer Produktion im kleinen Maßstab gelobt, und Sander Wassink hat diese Qualitäten als essentielles Element in seine Arbeit einbezogen.

Heutzutage ist die industrielle Fertigung weltweit verbreitet, und alles sieht gleich aus. Damit bleibt immer weniger Raum für die Bewahrung der Besonderheiten lokaler Fertigkeiten und Arbeitspraktiken. Und genau nach diesen Qualitäten hält Wassink Ausschau. Er integriert sie in seine Designs, als Tribut an lokale Tradition und Kultur. Er nahm den Gispen-Stuhl mit nach Sefrou, einer kleinen Stadt in Marokko – einst ein wichtiger Handelsknoten und heute ein Zentrum für handgefertigte Produkte.

Er verbrachte 9 Tage in Sefrou und arbeitete mit örtlichen Kunsthandwerkern zusammen, die den Stuhl mithilfe von Material, das man auf der Straße findet, modifizieren sollten. Die Einstellung gegenüber Besitz und Urheberschaft ist in Marokko eine völlig andere. Ein Design ist niemals fertig und kann so angepasst werden, wie der Anwender es für geeignet hält. Fotos der Inkarnationen des Stuhls zeigen die Fluidität des marokkanischen Designs, wenn die resultierenden Werke vom Stuhl selbst getrennt werden. Nach 9-tägiger Arbeit an dem Projekt packte er den Stuhl in billiges Plastik, das er auf der Straße fand, und brachte ihn im Billigflieger zurück in die Niederlande.

Das Ergebnis des Projekts wurde von September 2016 bis Februar 2017 im Boijmans Van Beuningen Museum in Rotterdam gezeigt und wird jetzt vom 27. April bis zum 27. Mai 2017 in der DAD Gallery in Berlin präsentiert. Außerdem wird eine aktuelle Serie mit Glaslampen von Sander Wassink gezeigt.

Über den Künstler:
Sander Wassink (Harlingen, NL, 1984) schloss sein Studium an der Design Academy Eindhoven (NL) in 2012 mit dem Projekt State of Transience ab. Seine Arbeiten wurden umgehend von führenden Galerien in aller Welt übernommen.

Sander Wassink ist ein Künstler und Designer, der uns ermuntert, unsere Vorstellungen von Schönheit, ästhetischem Wert und Status zu überdenken. Wie können wir neu überlegen, was wichtig ist und was in die Geschichte, das Gedächtnis und die Bewahrung des Alten, das uns entgleitet, einfließen sollte. Inmitten neuer Bauvorhaben, neuer Produktion und ständiger Verbreitung neuer Formen und Fassaden lenkt Wassink seine Aufmerksamkeit auf das Ausrangierte, das Aufgegebene, das Übriggebliebene und versucht neu zu definieren, was mit den bereits geformten Gegenständen geschaffen werden kann. Welche neuen Möglichkeiten existieren in den Oberflächen und Materialien, die halb gebaut oder halb zerstört sind. Ob sein Objekt die teilweise abgerissene Fassade eines aufgegebenen Gebäudes oder der Schutt unserer überproduktiven Kultur ist – Wassink fragt sich immer, welche neuen Formen und neuen Visionen von Schönheit bereits existieren und nur darauf warten, entdeckt und gewürdigt zu werden.

 

 

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